Mali

Der Verein Kokopelli hat im Rahmen seiner Kampagne "Samen ohne Grenzen"
während des Winters 2009 eine Spende von 6.500 Euro an Caproset übergeben,
damit die Saatgut-Gewinnung von aussterbenden Gemüsesorten verdoppelt werden kann.

Das Zentrum zur Gewinnung ( für Saatguterhaltung und Gewinnung ) tropischer Samen in Mali ist aus einer Partnerschaft zwischen „Terre et Humanisme“ (Erde und Humanismus), Kokopelli in Frankreich und dem malischen Verein „UAVES“ (Union für eine ökologische und solidarische Zukunft) entstanden.

Das CAPROSET ( Centre Agroécologique de PROduction de SEmences Tropicales - Ökologisch-landwirtschaftliches Zentrum zur Gewinnung tropischer Samen) ist im Rahmen eines Programms zur Sicherung der Selbstversorgung im Dorf Tacharane in der Nähe von Gao in Mali auf Initiative von „Terre et Humanisme“ und mit der Beihilfe von „UAVES“ entstanden.

Sehr schnell haben wir alle verstanden, dass es keine Nahrungsautonomie ohne eine Saatgut-Autonomie geben kann.

Die Einrichtung der kollektiven Gärten in ökologisch-landwirtschaftlicher Anbauweise ist - von einem Versuchsgarten ausgehend - von Didier MEUNIER, einem Saatguterhalter von Kokopelli, verwirklicht worden.

Als sich seine Absicht zur Verwirklichung des Projektes verfestigte, fand er sehr schnell die geeigneten Menschen, die für die Teilnahme an diesem Abenteuer bereit waren. Mit Mahamadou SOULEYE und Boncana TOURE hat alles wirklich begonnen. Sie waren Mitglieder im AFVP (Französischer Verein der ,Freiwilligen des Fortschritts’). Sie betreuten die Gemüsegärtner von Gao und hatten in Niamey bei ICRISAT an einer Ausbildung zur Saatgutgewinnung von Gemüsepflanzen teilgenommen. Die beiden sind leidenschaftliche Saatgutproduzenten und davon überzeugt, dass es notwendig ist, selbiges vor Ort zu gewinnen, und haben seit mehreren Jahren an den angebotenen Seminaren von „Terre et Humanisme“ teilgenommen.

Es waren genug Menschen bereit, mitzuarbeiten, es musste nur noch ein geeignetes Gelände gefunden werden. Der Chef des Dorfes schlug vor, 5 ha von seinem „Hoheitsgebiet“ zu nutzen und setzte dabei alle Hebel in Bewegung, damit der Erwerb des Geländes gut und möglichst schnell abgewickelt werden konnte.

Der malische Verein CAPROSET wurde im Januar 2007 offiziell gegründet, aber mit den Versuchen für die Saatgutgewinnung wurde nicht abgewartet. Ab Oktober 2006 wurden Aussaaten getätigt, um über Setzlinge zu verfügen. Diese Setzlinge sind in mehrere Gärten ausgepflanzt worden, um - in Erwartung des geeigneten Geländes - ein erstes Produktionsjahr durchführen zu können.

Anita Pellegrinelli-Castan

Diese erste Saison hat es ermöglicht, die Basis für eine Saatgutgewinnung in größerem Umfang zu schaffen und die Existenz des „Zentrums für angepasste alte Sorten“ und die dort angebaute Pflanzenvielfalt bekannt zu machen. Auch wenn die Produktion keine großen Mengen einer einzelnen Art erbracht hatte, sind zahlreiche „Handels“- Kontakte aufgenommen worden und einige Organisationen haben sich teilweise bei CAPROSET versorgt.

Während des ganzen Jahres 2007 ging die Gestaltung der 5 ha gut voran. Entlang des 900 m langen Zaunes wurde eine Schutzhecke aus 1200 Jatropha- Pflanzen angelegt, und eine Baumschule für die Produktion von 1000 Bäumen, vorgesehen für Pflanzung und Verkauf, eingerichtet.

Auf den 5 Hektar wurden 9 600 m²  Melonen, Tomaten, Zwiebeln, Kopfsalate, Peperoni, Wassermelonen, Bohnen, Möhren, Auberginen, Schalotten und Erbsen angebaut. 12,54 kg Samen, d.h. 5000 Tüten und 40 kg Steckzwiebeln wurden geerntet. 11 Arten wurden angebaut, 44 Sorten wurden getestet, darunter wurden 27  für die nächste Aussaat zurückbehalten. Mehr als 6 000 Gemüsesetzlinge sind gewachsen, 20 %  wurden von CAPROSET für die Neuproduktion verwendet und mehr als 4800 wurden an die örtlichen Vereine verkauft.

Die Saison 2007-2008 war also ertragreich, obwohl bestimmte Ziele wegen eines schlechten Managements der Wasserressourcen nicht erreicht werden konnten. Die Produktion ist von 1 453 Saatguttüten im Jahre 2006-2007 auf 5.000 Tüten im Jahr 2007-2008 gestiegen. Die Zertifizierung befindet sich auf dem bestem Wege. Von jetzt an sind Samen das ganze Jahr über im Zentrum verfügbar, was den Saatgutmangel während der Saison beseitigt und die Gemüsegärtner in der Region von Gao können ihr Saatgut erhalten, wann Sie möchten.

Jetzt steht noch an, Mittel dafür zu finden, dass der gesamte Hof erschlossen werden kann und das Team darin zu unterstützen, dass der Hof seine Autonomie erreicht.

In einem regelmäßigem Austausch ermutigen wir die Pioniergärtner dazu, in einer für die Pflanzenwelt  so feindlichen Umwelt mit ihrer Arbeit fortzufahren.

Anita Pellegrinelli-Castan

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